30.000 km mit dem Tesla Model 3

Nun sind wieder etwas mehr als sechs Monate vergangen und der Kilometerstand hat sich etwas erhöht. Aufgrund der aktuellen COVID-19-Situation hat sich mein täglicher Fahrweg erheblich reduziert. Aus dem selben Grund mussten leider einige Roadtrips abgesagt werden. Geplant waren drei längere Reisen mit dem Tesla Model 3. Im Frühling sollte es nach Schottland und später noch nach Norwegen und Italien gehen. Tja, vielleicht kommendes Jahr!

Einen recht ausführlichen Bericht habe ich ja bereits beim 15.000 km Stand geschrieben. Somit möchte diesmal weniger ins Detail gehen und nur ein kurzes Update posten!

Fahrverhalten, Reichweite und Standverbrauch

Das Thema „Fahrverhalten“ und „Leistung“ ist weiterhin super. Die Performance zaubert einem immer noch ein breites Grinsen ins Gesicht! Das „Tesla Grinsen“ ist also noch nicht verflogen! 😉

Den Track Mode habe ich immer noch nicht wirklich testen können, wobei ich auch zugeben muss, dass er mich auch nicht sonderlich interessiert. Ich verstehe weiterhin nicht, wieso man sein Model 3 noch weiter „tieferlegen“ möchte. Ich hatte nun die erste Alltagssituation, wo ich beim Runterfahren einer relativ geringen Senke den Unterboden leicht gestreift habe. Nicht mittig an der Batterie, sondern am rechten hinteren Schweller vor dem Hinterreifen. Glücklichweise ist es nur Kunststoff, aber dennoch sehr ärgerlich!

Nach nun 30.000 km hat sich mein Verbrauch auf 150 Wh/km eingependelt. Bei diesem Verbrauch ist nun ein komplettes Jahr inkludiert. Im Sommer lag der Verbrauch eigentlich immer im Bereich 120-140 Wh/km – natürlich sehr anhängig von der Fahrweise. Der geringste Verbrauch auf dem Weg zur Arbeit (morgens im Sommer) lag bei knapp 109 Wh/km. Dabei fahre ich ungefähr die eine Hälfte der Strecke mit ca. 95-100 km/h auf der Autobahn (Autopilot, begrenzt auf 100-120) und die andere Hälfte durch die Innenstadt mit 30-50 km/h.

Der Standverbrauch – also das was das Auto beim geparkten Zustand verbraucht – liegt weiterhin bei ca. 3-5% mit aktiven Wächter-Modus bei 8 Stunden Parkzeit. Mir ist jedoch aufgefallen, dass der Verbrauch bei hohem SoC [State Of Charge] (also Batteriestand ca. 90-95%) höher ausfällt, als bei einem SoC bis ca 75%. Wie genau das zu erklären ist, kann ich jedoch leider nicht sagen. Wenn der Wächter-Modus nicht aktiv ist, dann ist der Verbrauch im geparktem Zustand recht gleich. Dabei nutze ich keine Third-Party App die per API auf das Auto zugreift und so das Auto ggfs. vom „Einschlafen“ abhält.

30000 km Stand

Das Auto wird eigentlich nur besser! Over-The-Air-Updates!

Von den Over-The-Air-Updates bin ich weiterhin ein großer Fan! Aber auch hier gibt es ab und an auch mal Updates, die einem eher weniger gefallen. Beispielsweise ist hier die neue UI (User-Interface) zu nennen, die mit dem Update 2020.48.26 verteilt worden ist. Bei dem Update wurde die Oberfläch geändert. Besonders ärgerlich für die Leute ohne FSD-Paket. da nun der feste / statische Bereich (links wo das Auto, die km/h, etc sind) mehr Platz einnimmt. Somit ist die Karte und alle anderen zu öffnenden Fenster kleiner. Hier wurde jedoch von Elon Musk bereits ein Tweet veröffentlicht, welcher etwas Hoffnung auf Besserung gibt. Es soll in einem zukünftigen Update eine Funktion geben, wo man das Layout selbst bestimmen kann. Ich könnte mir auch vorstellen, dass das Verhalten sich etwas ändert und das Interface an sich etwas dynamischer wird. Aber genau das ist ja das Schöne an den OTA-Updates und an Tesla: Es wird auf die Kunden gehört und via Update nachgebessert! 🙂

Ein paar Änderungen der letzten sechs Monate:

  • Neues User-Interface
  • Schnelleres Laden: Bis zu 250 kW DC
  • Diverse Spiele
  • Verkehrsschilderkennung inkl. automatischer Geschwindigkeitsanpassung
    • Option für die Auswahl:
      • Erkannte Geschwindigkeit übernehmen
      • aktuelle Fahrgeschwindigkeit beibehalten (mein absoluter Favorit, somit kein automatisches Beschleunigen beim Autopilot!)
  • Visualisierungen wurden verbessert
  • Autopilot wurde verbessert
  • Sprachsteuerung wurde verbessert
  • Anzeige der Supercharger wurde verbessert
  • Vorklimatisierung der Batterie auch bei öffentlichen Ladesäulen (vorher nur bei Supercharger)
  • Rückleuchten leuchten beim Aussteigen weiter (so wie Scheinwerfer, vorher gingen die Rückleuchten beim Aussteigen direkt aus)
  • Bluetooth: Favorisierung eines Gerätes möglich (wenn man also mit zwei Geräten einsteigt, wird das favorisierte Gerät verbunden)
  • Verbesserung vom Sentry-Mode (Wächter-Modus)
    • Beispielsweise wird nun auch das letzte Video direkt auf der internen Festplatte im Auto gespeichert, auch wenn kein USB Gerät angeschlossen ist. (endlich!)
  • Verbesserung von der Spotify-App
  • und vieles mehr, was mir gerade nicht einfällt! ;-)

Einfach cool, wenn das Auto „einfach so“ besser wird. Es wird nicht langweilig! 🙂

Fehlermeldungen

Im Prinzip gibt es nichts großes zu melden, bis auf einen Punkt:

  • Nach einem Update funktioniert bei mir die Telefonie per Bluetooth nicht mehr. Ich kann zwar meine Kontakte anrufen, jedoch wird weder meine Sprache- noch der Ton vom Gegenüber übertragen. Ein Problem was man jedoch durch ein einmaliges rebooten der MCU nach einem Software-Update fixen kann. Somit starte ich nach jedem Update das Auto mittlerweile einmal neu. Kein großes Thema also!

Ladesituation

An meiner Situation selbst hat sich wenig geändert. Ich lade weiterhin beim Einkaufen oder beim Arbeitgeber. Eine private Ladeinfrastruktur habe ich nicht. Damit komme ich aber bis jetzt wirklich sehr gut klar und habe aktuell auch keine Notwendigkeit für eine private Lösung. Die öffentlichen Ladesäulen haben sich hingegen extrem weiterentwickelt. Bei einer Fahrt auf der Autobahn sieht man mittlerweile sehr viele DC-Säulen an Raststätten. Dabei entwickelt sich nicht nur das Tesla-Supercharger Netz stark weiter, sondern auch die Third-Party Anbieter. Ebenso gibt es mittlerweile recht viele öffentliche AC-Säulen. (hier kann ich jedoch nur vom Ruhrgebiet sprechen).

Was jedoch ebenso stark auffällig ist, dass es wesentlich mehr Elektrofahrzeuge auf den Straßen gibt! Somit muss die Lade-Infrastruktur natürlich weiterhin ausgebaut werden!

Stauraum im Kofferraum

Bis jetzt habe ich immer noch keinen Kombi vermisst, obwohl ich mir damals ja eigentlich definitiv einen Kombi kaufen wollte! 😉

Eine Kleinigkeit habe ich mittlerweile im Kofferraum jedoch angepasst: Die LEDs ausgetauscht! Die von Tesla verbauten LED sind echt ein Witz. Glücklicherweise kann man die LEDs sehr schnell und einfach selbst austauschen. Passende LEDs findet man auf unterschiedlichsten Platformen, ich selbst habe diese LEDs eingebaut und bin super zufrieden!

Wartung

Bis auf den Reifenwechsel fahre ich bis jetzt wartungsfrei durch die Gegened. 🙂

Ich war jedoch mittlerweile wegen meiner Auslieferungsmängel bei Tesla… naja, dazu gibt es dann noch einen separaten Bericht. *gemischt Gefühle*

Habe ich sonst noch was am Auto gemacht? – Jep! Hier eine kleine Liste:

  • Verbesserung der Tür-Isolierung
    • Ich habe eine zusätzliche Tür-Isolierung verklebt. Das geht einfach und kann jeder selbst erledigen. Die von mir bestellten Türdichtungen gibt es nicht mehr auf Amazon, jedoch sollten die Unterschiede nicht groß sein. Hier ein Beispiel einer möglichen anderen Türdichtung. Der Hauptgrund dieser Tür-Dichtung war dabei nicht die Reduzierung der Geräusche, sondern kein Schmutz mehr in der Innenseite der Tür!
  • Beleuchtung
    • Ich habe die LEDs in den Türen und im Kofferaum ausgetauscht. Die originalen LEDs sind sehr schwach und ich empfehle jedem diese auszutauschen. Der Unterschied ist echt krass. Ich habe diese LEDs verwendet und bin sehr zufrieden damit!
  • Anfällige Stellen
    • Ich habe den kompletten Schweller und den Bereich beim vorderen und hinteren Rad mit einer transparenten Steinschlag-Folie folieren lassen. Dabei wurde ein fertiges Set verwendet (bis auf den mittleren Schweller). Dadurch sinken die Kosten erheblich. Wer es komplett selbst machen möchte, kann sich ein fertiges Set bestellen. Dabei ist jedoch der mittlere Schweller nicht inkludiert.
  • Mud-Flaps
    • Ich hatte mir die originalen Mud-Flaps von Tesla bestellt. Diese habe ich jedoch bis heute nicht verwendet und kann nur jedem empfehlen diese auch nicht zu verwenden. Das Hauptproblem bei den Tesla-eigenen Mud-Flaps ist, dass sich Schmutz in den Mud-Flaps sammelt und dieser direkt am Lack anliegt. Damit ist der Sinn dieser Mud-Flaps absolut hinfällig... ihr reibt damit den gesamten Lack weg. Rost ist dann nur noch eine Frage der Zeit. Wenn man sich dafür entscheidet Mud-Flaps anzubringen, dann nehmt lieber Third-Party Flaps. Ich habe paar Mud-Flaps verglichen und mich für diese entschieden. Bei meinem Vergleich waren alle drei Mud-Flaps exakt identisch... nur der Preis war sehr unterschiedlich. ("Marken-Name" und so...)
    • Ich kann nur empfehlen, dass man die Stellen erstmal foliert und die Mud-Flaps hinterher anbringt. Somit schützt ihr den Lack vor Schäden durch Vibration.
  • Folie auf dem Bildschirm
    • Eigentlich wollte ich keine Folie aufkleben. Nachdem ich jedoch (je nach Sonnenstand) vom Bildschirm geblendet worden bin, habe ich mich nach einer matten Folie umgesehen. Ich habe mir diese Folie bestellt und bin eigenlich recht zufrieden.
      • Vorteil ist ganz klar: Keine Blendung mehr, weniger Fingerabdrücke.
      • Aber auch ein paar Nachteile hat so eine (matte) Folie: Wenn die Sonne drauf scheint wird man zwar nicht geblendet jedoch erkennt man kaum was auf dem Bildschirm. Ebenso reduziert sich die Klarheit auf dem Bildschirm... alles wirkt etwas blass. Man gewöhnt sich dran, jedoch ist es am Anfang sehr störend.
      • Ich habe nun gesehen, dass es die Folie mittlerweile als "matt und HD" gibt. Vielleicht ist die Klarheit hierbei auch wirklich besser!
  • Kofferraum-Blende
    • Das Tesla Model 3 hat im Kofferraum links ein tieferes Fach. Hierfür gibt es Blenden, die man einfach anbringen kann und somit den Bereich etwas abtrennen und somit effektiver nutzen kann. Ich habe dafür diese Blende verwendet.
  • Saugnapf für das Tesla Logo in der Felge
    • Damit man das Tesla-Logo auf der Felge leicht abkriegt, habe ich mir einen kleinen Saugnapf bestellt. Dieser Saugnapf passt perfekt und kommt in einem zweier-Set.

Fazit nach 30.000 Kilometern

Ich bin weiterhin sehr zufrieden mit dem Fahrzeug und habe bis jetzt noch keine Sekunde den Kauf bereut! Würde ich mich heute anders entscheiden? Vielleicht… dann aber auch nur für das Model Y, da ich ja eigenlich einen Kombi gesucht habe und das Model Y da seine Vorteile hat. Die 2021er Version vom Model 3 hat mittlerweile einige Änderungen, die ich zum Teil gut und zum anderen Teil eher nicht so gut finde. Die Schweinwerfer, die Doppelverglasung und die Wärme-Pumpe fallen sicherlich in den „finde ich gut“ – Bereich. Beim Chrome-Delete bin ich sehr gespalten… eigentlich gut, aber beim weißen Model 3 finde ich es eher nicht so gut. Die Mittelkonsole fällt bei mir jedoch definitiv in den „finde ich nicht gut“ – Bereich. Zwar ist hier kein Hochglanz mehr da (was super ist), jedoch gefällt mir die Öffnung bei der alten Variante wesentlich besser. Naja, leider hat man hier keine Auswahl und bekommt einfach die Neuerungen! Mit etwas Glück kriegt man auch direkt die neue Batterie!

SuperCharge


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